Intensiv-Pädagogische-Lernruppe (IPL)

Für wen ist die Intensivpädagogische Lerngruppe?

An unserer Schule gibt es drei Intensivpädagogische Lerngruppen (IPL), in denen Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, die aus verschiedenen Gründen zeitweise eine besonders individualisierte und enge Begleitung benötigen.

  • Sterntaler: IPL-Primarstufe, Standort Oberbruch
  • Get up: IPL-Sekundarstufe I., Standort Oberbruch
  • Project F: IPL-Sekundarstufe I., Standort Gangelt

Oft haben sie eine lange Karriere von Beziehungs- und Hilfeabbrüchen hinter sich, zeigen massive Schwierigkeiten mit der Akzeptanz schulischer Rahmenbedingungen und trauen sich kaum etwas zu. Nicht selten sind sie der Schule über längere Zeiträume ferngeblieben oder es ist ihnen aufgrund selbst- und / oder fremdgefährdender Verhaltensweisen nicht mehr möglich, die Schule zu besuchen.

Was unterscheidet die IPL von anderen Schulangeboten?

  • Der beziehungsorientierte und traumasensibel gestaltete Unterricht in der Kleingruppe bietet den Schülerinnen und Schülern einen überschaubaren und sicheren Rahmen.

  • Mit dem Ziel, für jeden ein passendes Schulsetting zu gestalten, werden gemeinsam mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten individuelle Lösungen entwickelt und bedarfsorientiert angepasst.

Wie kommt eine Schülerin / ein Schüler in die Gruppe?

Die Lehrkraft stellt einen Antrag an die Schulleitung. Nach Sichtung aller relevanten Informationen entscheidet diese gemeinsam mit der IPL-Lehrkraft über eine mögliche Aufnahme.

Wie finden Unterricht und Förderung statt?

Unser Ziel ist es, die uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten und Ressourcen (wieder) zu entdecken, Bewältigungsstrategien für Problemsituationen zu erproben und schulische Ziele zu entwickeln und umzusetzen. Dabei begleiten wir die Jugendlichen mit Offenheit, Wertschätzung und Respekt. Transparente Regeln und verlässliche Strukturen sorgen für die notwendige Sicherheit im täglichen Miteinander.

Der Unterricht findet in einer jahrgangsübergreifenden Kleingruppe statt und ermöglicht ein Höchstmaß an individueller Förderung. Durch gruppenorientierte Angebote in den Bereichen Sport, Hauswirtschaft, Werken und Soziales Lernen (auch in Kooperation mit Partnerklassen) werden sozial angemessene Verhaltensalternativen erlebbar und eingeübt.

Wie geht es nach der Zeit in der IPL weiter?

Eine Reintegration in die Herkunftsklasse ist möglich und wird bedarfsorientiert begleitet. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-10 werden im Berufsorientierungsunterricht sowie durch das Angebot von Praktika und eine enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit auf die nachschulische Situation vorbereitet. Der Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I ist in Kooperation mit einer Partnerklasse möglich.

Was ist uns sonst noch wichtig?

Um dem hohen Bedürfnis der Jugendlichen nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Transparenz Rechnung zu tragen, streben wir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten an.

Inselkonzept

Die Pädagogische Insel ist seit 2015 Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Schule und versteht sich als ein Ort zur Förderung der Sozial-, Handlungs- und Selbstkompetenz.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten hier individuelle Hilfe und Unterstützung zur Reflektion von Störverhalten bzw. Regelverstößen und entwickeln einen Plan zur Regeleinhaltung. Die Wichtigkeit von Regeln, Rechten und Pflichten für ein gemeinsames Zusammenleben soll erkannt und verinnerlicht werden.
Ein weiteres klassenübergreifendes Angebot besteht im Gewähren von Auszeiten aus dem Schul- und Lebensstress für intensiv zu betreuende Schülerinnen und Schüler. Dies kann auch regelmäßig in festgelegten Stunden, mit dem Ziel einer schrittweisen Zurückführung in die Klassengemeinschaft, erfolgen. Ebenfalls können sich Schülerinnen und Schüler einen Aufenthalt auf der pädagogischen Insel verdienen.

Das Leistungsspektrum der pädagogischen Insel umfasst demnach mehrere klassenübergreifende Angebote:
a. Die Bearbeitung von Unterrichtsstörungen, Regelverstößen und sozialen Konflikten
b. Der Inselaufenthalt als wirkungsvoller Verstärker; Schülerinnen und Schüler können sich Zeit für besondere Aktivitäten auf der Insel verdienen.
c. Die pädagogische Insel als Arbeitszone; Schülerinnen und Schüler, die eine ruhigere Lernatmosphäre brauchen, können in der pädagogischen Insel arbeiten.
d. Die pädagogische Insel als Wohlfühlzone; Schülerinnen und Schüler, die im Klassenunterricht sozial/emotional überfordert sind, können ihr emotionales Gleichgewicht (wieder) finden.
e. Die pädagogische Insel als kurzfristiges Betreuungsangebot für kranke Schülerinnen und Schüler.
f. Die pädagogische Insel als Pausenalternative; Schülerinnen und Schüler, die mit den Hofpausen überfordert sind, können ihre Pause auf der Insel verbringen.

Jeder Zugang zur pädagogischen Insel erfolgt über die Zustimmung oder Anweisung der unterrichtenden Lehrperson. Bei Schülerinnen und Schülern, die sich durch ihr wiederholtes Fehlverhalten für die Arbeit auf der Insel entschieden haben, erfolgt eine Rückkehr in den Klassenverband immer über einen Rückkehrplan.

Der pädagogische Inselraum ist in zwei Bereiche unterteilt. In einem Bereich werden Unterrichtsstörungen und Regelverstöße reflektierend bearbeitet. Im anderen Bereich befinden sich Sofas, Sitzsäcke, Getränke sowie zahlreiche Mal-, Bastel-, Bau- und Spielangebote.

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